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d+p 2024-12024 \ Nr. 1 \\ JanuarKünstliche Intelligenz PDF Version Web Version

d+p 2023-42023 \ Nr. 4 \\ DezemberHomeoffice stabilisiert sich PDF Version Web Version

d+p 2023-32023 \ Nr. 3 \\ SeptemberWas die Buchbranche umwälzt PDF Version Web Version

d+p 2023-22023 \ Nr. 2 \\ JuniAufgeben ist keine Alternative PDF Version Web Version

d+p 2023-12023 \ Nr. 1 \\ MärzTeures Fiasko PDF Version Web Version

d+p 2022-42022 \ Nr. 4 \\ DezemberExplodierende Energiepreise PDF Version Web Version

d+p 2022-32022 \ Nr. 3 \\ SeptemberKlimaneutral PDF Version Web Version

d+p 2022-22022 \ Nr. 2 \\ JuliUmschulung PDF Version Web Version

d+p 2022-12022 \ Nr. 1 \\ MärzDruckindustrie PDF Version Web Version

d+p 2021-42021 \ Nr. 4 \\ NovemberDruckindustrie PDF Version Web Version

d+p 2021-32021 \ Nr. 3 \\ SeptemberHomeoffice PDF Version Web Version

d+p 2021-22021 \ Nr. 2 \\ MaiTarifabschluss PDF Version Web Version

d+p 2021-12021 \ Nr. 1 \\ MärzCorona PDF Version Web Version

d+p 2020-52020 \ Nr. 5 \\ DezemberHomeoffice PDF Version Web Version

d+p 2020-42020 \ Nr. 4 \\ SeptemberAusbildung PDF Version Web Version

d+p 2020-32020 \ Nr. 3 \\ AugustCorona-Krise PDF Version Web Version

d+p 2020-22020 \ Nr. 2 \\ MaiCorona-Krise PDF Version Web Version

d+p 2020-12020 \ Nr. 1 \\ FebruarTarifverträge PDF Version Web Version

d+p 2019-52019 \ Nr. 5 \\ DezemberZeitungsverlage PDF Version Web Version

d+p 2019-42019 \ Nr. 4 \\ OktoberArbeitszeitverkürzung PDF Version Web Version

d+p 2019-32019 \ Nr. 3 \\ AugustDruckindustrie PDF Version Web Version

d+p 2019-22019 \ Nr. 2 \\ MaiStreik PDF Version Web Version

d+p 2019-12019 \ Nr. 1 \\ FebruarInsolvenz PDF Version Web Version

d+p 2018-52018 \ Nr. 5 \\ DezemberTarifrunde PDF Version Web Version

d+p 2018-42018 \ Nr. 4 \\ OktoberTarifrunde PDF Version Web Version

d+p 2018-32018 \ Nr. 3 \\ JuliTarifrunde PDF Version Web Version

d+p 2018-22018 \ Nr. 2 \\ AprilManteltarif PDF Version Web Version

d+p 2018-12018 \ Nr. 1 \\ MärzMinijob PDF Version Web Version

d+p 2017-62017 \ Nr. 6 \\ DezemberEntgeltlücke PDF Version Web Version

d+p 2017-52017 \ Nr. 5 \\ OktoberAusbildung PDF Version Web Version

d+p 2017-42017 \ Nr. 4 \\ JuliSchichtarbeit PDF Version Web Version

d+p 2017-32017 \ Nr. 3 \\ MaiFunke PDF Version Web Version

d+p 2017-22017 \ Nr. 2 \\ AprilDrucker gesucht PDF Version Web Version

d+p 2017-12017 \ Nr. 1 \\ FebruarTeilzeitarbeit PDF Version Web Version

d+p 5-20162016 \ Nr. 5 \\ NovemberRente muss reichen PDF Version Web Version

d+p 4-20162016 \ Nr. 4 \\ SeptemberTarif­runde 
Papierverarbeitung PDF Version Web Version

d+p Extra 2-20162016 \ Nr. Extra 2 \\ JuliTarifrunde Druckindustrie PDF Version Web Version

d+p 3-20162016 \ Nr. 3 \\ JuliLöhne rauf – Stress runter PDF Version Web Version

d+p Extra 20162016 \ Nr. Extra \\ JuniTarifrunde Druckindustrie PDF Version Web Version

d+p 2-20162016 \ Nr. 2 \\ AprilLebenshaltungskosten PDF Version Web Version

d+p 1-20162016 \ Nr. 1 \\ FebruarAnfassen bitte! PDF Version Web Version

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2015 \ Nr. 4 \\ DezemberÖffentlichkeitsarbeit PDF Version

2015 \ Nr. on3 \\ NovemberLage-Hörste PDF Version

2015 \ Nr. 3 \\ OktoberKündigungen verhindert PDF Version

2015 \ Nr. on2 \\ AugustMadsack, Springer PDF Version

2015 \ Nr. 2 \\ JuniAufträge versteigern PDF Version

2015 \ Nr. on1 \\ MaiLeiharbeit PDF Version

2015 \ Nr. 1 \\ MärzMindestlohn Zeitungszusteller PDF Version

2014 \ Nr. 6 \\ DezemberAbschluss Papierverarbeitung PDF Version

2014 \ Nr. 5 \\ NovemberTarifeinheit PDF Version

2014 \ Nr. 4 \\ SeptemberMindestlohn PDF Version

2014 \ Nr. on1 \\ AugustAusbildungsvergütung PDF Version

2014 \ Nr. 3 \\ JuniTiefdruck PDF Version

2014 \ Nr. 2 \\ AprilTarifabschluss Druckindustrie PDF Version

2014 \ Nr. 1 \\ FebruarKoalitionsvertrag PDF Version

Mein rechter, rechter Platz ist frei

Mein rechter, rechter Platz ist frei

Homeoffice stabilisiert sich | Zunehmend leere Büros | Unternehmen vermieten Flächen | Neue Arbeitsorganisation

Die einen arbeiten zu Hause, die anderen suchen sich einen Schreibtisch – bei Süddeutsche Zeitung Digitale Medien. 

Christiane Göbel arbeitet, wie und wo sie will. Braucht sie für eine Arbeit Ruhe, klappt sie den Laptop an ihrem Küchentisch auf. »Oder auch, wenn ich zu bequem bin, ins Büro zu radeln.« Die 65-Jährige ist bei Giesecke+Devrient in München für Projektcontrolling und Ressourcenmanagement zuständig. Für die zwei oder drei Bürotage pro Woche bucht sie ihren Arbeitsplatz über eine App. Das funktioniert ähnlich wie die Buchung von Sitzplätzen im ICE. Nur sieht Christiane Göbel auch, neben wem sie arbeiten wird. Ist das der laute Telefonierer, bucht sie um.

In der Firma holt sie aus ihrem persönlichen Spind Tastatur, Maus und Headset, Teekanne und Tasse. Mehr passt nicht rein. Manche beschweren sich über die kleinen Spinde. Ihr genügt der Platz. Ihren Laptop hat sie immer dabei, falls sie sich spontan fürs Homeoffice entschließt. Christiane Göbel zieht den Stuhl an den gebuchten Schreibtisch, stöpselt sich ein, Headset auf, los geht’s.

»Viele Beschäftigte arbeiten regelmäßig von zu Hause aus, manche kommen gar nicht mehr ins Büro«, sagt Eva Schäflein, die Betriebsratsvorsitzende des Gemeinschaftsbetriebs von Giesecke+Devrient. Die beiden Tiefgaragen sind montags und freitags fast leer; die Kantine verkauft statt der 1.200 Essen pro Tag wie früher nur noch knapp die Hälfte. Anwesenheitspflicht gibt es nicht. Solange die Zahlen stimmten, sagt Eva Schäflein, akzeptiere die Unternehmensleitung das mobile Arbeiten. Da viele Büros leer standen, entschied der Konzern, angemietete Bürofläche aufzugeben, die Zahl der Arbeitsplätze am Hauptstandort zu integrieren und somit Büroflächen zu verdichten. Das spart Geld. Nach Angaben des Ifo-Instituts will jedes elfte Unternehmen in Deutschland seine Büroflächen verkleinern.

Manche weinen beim Räumen

Wer nicht mehr jeden Tag an seinem Schreibtisch im Büro sitzt, hat nun keinen eigenen mehr. Das nennt sich Desksharing: den Schreibtisch teilen. Tatsächlich gibt es weniger Plätze als Büro-Beschäftigte und die suchen sich stets aufs Neue einen Platz zum Arbeiten. Die Arbeitsorganisation verändert sich: Großraumbüros und Telefonboxen statt vertrauter Arbeitsumgebung. Christiane Göbel kommt damit zurecht. Andere weniger. Sie schmerzt es, Pflanzen zu entsorgen und Fotos wegzuschaffen. »Manche weinten beim Räumen ihres Arbeitsplatzes«, erzählt eine Betriebsrätin.

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Warum es nun Homebases gibt und Events mit Schnittchen:

»Schauen Sie mal in die Kamera!«

»Schauen Sie mal in die Kamera!«

Der Fotograf Werner Bachmeier veröffentlicht ein Buch mit Porträts aus der Arbeitswelt

Im Presswerk: Auf den schlichten Stuhl mit der harten Sitzfläche hat der Arbeiter eine weiche Auflage gespannt. Den Fotografen Werner Bachmeier empört heute noch »die mangelnde Wertschätzung« des Unternehmens. Kann man dem Menschen nicht mal einen ordentlichen Stuhl hinstellen. Ein anderes Foto: Mit halbem Hintern hockt ein Arbeiter auf dem Gusseisenständer. Er sieht geschafft aus nach acht Stunden Fabrikarbeit.

Corona-Projekt

»Mein zweites Ich – Porträts aus der Arbeitswelt« hat der Münchener Fotograf Werner Bachmeier sein jüngstes Werk genannt. Ein Corona-Projekt: Er hatte Zeit, für den Fotoband die besten Bilder von Menschen am Arbeitsplatz aus den vergangenen Jahrzehnten auszuwählen. Die Besten, das sind für ihn Fotos, die Begegnungen zeigen. Wenn der Mensch bereit ist, sich mit seiner Persönlichkeit zu zeigen – inmitten der Arbeit, die auf Außenstehende dreckig, laut und eng wirken mag. »Kann ich mal zuschauen«, fragt Werner, »tschuldigung, das dauert bisschen länger.« Er macht keine Schnappschüsse und inszeniert nicht, sondern wartet geduldig auf den richtigen Moment: »Schauen Sie mal in die Kamera!«

Werner Bachmeier, Elektromechaniker, Fotoingenieur, freier Fotograf und Journalist, arbeitet seit Mitte der 1980er-Jahre für die DRUCK+PAPIER. Oft ist eines seiner Fotos auf der ersten Seite. Er gibt der Zeitung ein Gesicht. Zurzeit steckt er mitten im nächsten Projekt: Homeoffice. Dafür sucht er nicht nur die Begegnung am Arbeitsplatz, sondern dringt ein ins Zuhause der Menschen, wo nun die Arbeit eingezogen ist.

Bachmeier, Werner: Mein zweites Ich – Porträts aus der Arbeitswelt. München, Januar 2021. 90 Seiten, 95 Euro. Zu bestellen bei Werner Bachmeier. E-Mail: foto@wernerbachmeier.de

Aus dem Leben eines Mediaberaters

Aus dem Leben eines Mediaberaters

Immer unter Druck | Trotz Festanstellung wenig Absicherung | 
Niedriges Fixum | Einkommen sinkt

Nennen wir ihn Max Helferich. Den Titel der Zeitung, bei der er als Mediaberater angestellt ist, will er nicht nennen. Auch nicht seinen Namen. Er fürchtet, entlassen zu werden, wenn seine Chefs den Artikel lesen. Nur so viel: Die Zeitung hat ihren Sitz im Süden der Republik.

Kontakt mit den Kunden, Anzeigen verkaufen und gestalten, Werbepläne erstellen, das mache er seit mehr als 30 Jahren gern, betont er. Er findet seine Arbeit auch wichtig: Schließlich sichern die Anzeigen, die er und die anderen Mediaberater*innen an Land ziehen, das Überleben der Zeitung.

Er ackert …

Max Helferich erhält nicht einmal 800 Euro im Monat plus Provision. Die Zahl muss er oft wiederholen, weil sein Gegenüber glaubt, sich verhört zu haben. Urlaubsgeld oder eine Jahressonderleistung zu Weihnachten bekommt er – anders als die sonstigen Zeitungsangestellten – nicht. Er nutzt sein privates Auto und sein privates Mobiltelefon für die Arbeit; bezahlt wird lediglich eine Kilometerpauschale. Hat er Urlaub oder ist er krank, bleibt ihm wie den anderen Mediaberater*innen nur das Fixum und die Provision der vorher erarbeiteten und in dieser Zeit erscheinenden Anzeigen.

Also ackert er noch mehr, schafft ein Polster ran, ist noch effizienter, noch fleißiger. Von Jahr zu Jahr sinkt sein Einkommen, denn das Anzeigengeschäft wird schwieriger. Die Firma setzt ihm jedes Quartal ein Ziel. Immer ein klein wenig höher. Erreicht er das Ziel, erhält er eine Sonderprovision. Das letzte Quartal war er nur knapp drüber. Manchmal schläft er schlecht und fühlt einen Druck auf der Brust.

Sein Provisionssatz ist gut. Er bekommt im Jahr etwa so viel Geld wie ein Zeitungsredakteur am Anfang seines Berufslebens. Eine Erhöhung des Fixums haben seine Chefs jedoch abgelehnt. Sie finden, er verdiene genug.

Tarifgebunden ist die Firma nicht, der Betriebsrat hält sich von Gewerkschaften fern und stellt sich mit den Chefs gut. Immerhin hat die Firma kürzlich für alle Beschäftigten das Entgelt und für die Mediaberater*innen das Fixum hochgesetzt. Nur für ihn nicht. Obwohl er fest angestellt ist, wird das unternehmerische Risiko bei ihm abgeladen. Manchmal denkt er, die Firma halte ihn absichtlich kurz. Damit er nicht nachlässt und weiterhin den höchsten Umsatz bringt.

Max Helferich ist oft erkältet, als habe sein Immunsystem keine rechte Lust mehr, sich den Viren zu widersetzen. Das Magendrücken kommt häufiger, die Kopfschmerzen auch. Er fühlt sich wie unter Strom. Zur Ruhe zu kommen, gelingt ihm selten. Eine Ursache findet der Arzt nicht.

… aber die Belohnung bleibt aus

Der Medizinsoziologe Johannes Siegrist von der Universität Düsseldorf würde von einer Gratifikationskrise sprechen. Vereinfacht gesagt stimmt dabei das Verhältnis von Geben und Nehmen nicht. »Wer sich jahrelang verausgabt, aber nicht die erhoffte Belohnung erhält, hat ein doppelt so hohes Risiko, an einer Depression zu erkranken.« Die Belohnung kann eine ordentliche Bezahlung sein, ein Aufstieg, eine Weiterbildung, eine Festanstellung oder die Sicherheit, den Arbeitsplatz zu behalten, aber auch Wertschätzung und Anerkennung. Fehlt einer dieser Bausteine, steigt das Risiko, krank zu werden.

Die Geschäftsführung hat jetzt Obstkörbe aufstellen lassen. Damit sich die Leute wohlfühlen. Max Helferich, 60, denkt immer öfter an Aufhören.