Verlage

Noch mehr Einheitsbrei: Madsack beliefert DuMont

Die Mediengruppen Madsack und DuMont gehen eine strategische Partnerschaft ein. Ab dem 1. Oktober wird das zur Madsack Mediengruppe gehörende Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) die Abo- und Boulevard-Titel von DuMont mit Inhalten aus Politik und Wirtschaft beliefern. Das Redaktionsnetzwerk erstellt bislang – überwiegend in Hannover – überregionale Inhalte für die regionalen Titel der Madsack-Gruppe und für verlagsfremde Blätter.

Für das neue Projekt wird in Berlin ein gemeinsames Unternehmen – RND Berlin – gegründet. An ihm wird sich Madsack mit 75 Prozent und DuMont mit 25 Prozent beteiligen. Der Sitz wird in den bisherigen Räumen des Redaktionsnetzwerkes im Haus der Bundespressekonferenz sein. Und nicht in den Räumen des Berliner Verlags, wo sich die DuMont-Redaktionsgemeinschaft noch befindet, die auch die Frankfurter Rundschau beliefert. Die Hauptstadtredaktion von DuMont soll laut Medienberichten geschlossen werden.

dp-3-2018_Karte-Madsack_fmt1

100-prozentige Beteiligungen der Madsack Mediengruppe an Zeitungen und Druckereien ohne Anzeigenblätter. Ausnahme: Gelnhäuser Neue Zeitung (51%). Madsack hält außerdem 50 % an der Celleschen Zeitung, je 49 % an den Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung sowie Anteile an vier weiteren Zeitungen.

Quelle: Madsack Mediengruppe, Formatt-Institut, eigene Recherchen | Grafik: werkzwei Detmold

RND Berlin wird die Mantelredaktionen des Kölner Stadtanzeigers, Kölner Express, der Mitteldeutschen Zeitung, Berliner Zeitung, des Berliner Kuriers und der Hamburger Morgenpost versorgen.

ver.di fürchtet, dass durch die Bündelung der überregionalen Berichterstattung Meinungsvielfalt und Arbeitsplätze verloren gehen. »Wer auf sinkende Auflagen mit der Einschränkung journalistischer Vielfalt reagiert, ist auf dem falschen Weg«, kritisiert der stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende Frank Werneke. In den vergangenen Jahren habe die Medienkonzentration immer weiter zugenommen.

Die Zahl der Landkreise, in denen es lediglich noch eine Tageszeitung gibt, steigt seit den 1990er Jahren an. Zudem nutzen immer mehr Tageszeitungen denselben Mantelteil. »Wer Abo-Zahlen steigern will«, sagt Werneke, »sollte nicht auf Einheitsbrei setzen, sondern auf Vielfalt.«