Halb so schlimm
Angenommen, Behörden entdecken im Rhein schwermetallhaltige Industrieabfälle wie Cadmium, Blei und Thallium. Diese giftigen und krebserregenden Schwermetalle finden sich auch in der Donau und der Elbe. Einmal im Wasserkreislauf, lassen sie sich nur schwer entfernen. Die Behörden kennen die Verantwortlichen: internationale Konzerne, die sich die Kosten fachgerechter Entsorgung sparen. Kritik an dieser Methode kontern die Konzerne geschickt. Die Entsorgung erfolge nur an Stellen, wo Schwimmen verboten ist.

Die Fälle sind komplex und den Staatsanwaltschaften fehlt das Personal. Die Konzerne treten mit einer Armee von Anwälten auf. Am Ende stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen eine geringe Geldbuße ein. Die Behörde nutzt die Vorfälle, um die Bevölkerung auf das Problem der Abfallentsorgung aufmerksam zu machen. Eine Werbeagentur entwirft eine Kampagne mit Plakaten, Werbespots und TikTok-Videos. Der Gesetzgeber verschärft die Strafverfolgung bei falsch sortiertem Hausmüll drastisch und stuft diese Taten als Verbrechen ein. Jetzt müssen die Behörden ermitteln und mehr Personal einsetzen.
Das war nur ein Gedankenexperiment. Echt ist: Schwere Steuerhinterziehung wie Cum-Ex kostet den Staat laut Finanzwende jährlich mehr als 100 Milliarden Euro. Die Täter kommen in der Regel mit milden Strafen davon. Ein Verbrechen ist es übrigens nicht. Nur ein Vergehen.
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