Schusterjunge

Merz: Tax the rich!

Der Mann hat so was von recht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal schreiben würde. Denn Friedrich Merz (CDU) und ich sind selten einer Meinung. Aber als er kürzlich feststellte: »Wir leben seit Jahren über unsere Verhältnisse«, da konnte ich ihm nur zustimmen.

Ihm ist es gelungen, die 61 Unternehmenschefs, die er nach Berlin eingeladen hatte, als Erstunterzeichner seiner Initiative zu gewinnen. Mit dabei: Siemens, Deutsche Bank, Springer, Blackrock, KKR und Blackstone und noch mehr. Sie alle unterschrieben: »Tax-us-already! Besteuert uns endlich!« Sie fordern den Staat auf, sie gerecht zu besteuern. Weil eine ungleiche Vermögensverteilung wie in Deutschland die Demokratie gefährdet. Zu viel Reichtum gebe einzelnen Menschen zu viel Macht, sagten die Oberchefs aus eigener Erfahrung. Also: »Tax-us-already!« Der Kanzler hat die Bürgerbewegung Finanzwende bereits mit einer Gesetzesvorlage beauftragt.

»Wir leben seit Jahren über eure Verhältnisse«, bemerkte Merz zerknirscht. Dann hat er sein Privatflugzeug mit dem Kennzeichen D-IAFM (das steht für »do it all for money«, Scherz: FM für Friedrich Merz) versteigert. Der Erlös wird kaum reichen, um seine Vermögensteuer zu zahlen, obwohl er als Multimillionär nach eigenen Worten doch nur zum gehobenen Mittelstand zählt.

Ach, aufgewacht, nur ein wirrer Traum.