Aus den Betrieben

Mehr Gerechtigkeit

Betriebsrat bei Smurfit Kappa Service in Rheinland-Pfalz gegründet

Erstmals gibt es bei Smurfit Kappa Service in Germersheim einen Betriebsrat. Wird die neu gewählte Betriebsratsvorsitzende Antje Haubrich gefragt, welche Gründe ausschlaggebend für die Gründung waren, weiß sie erst einmal nicht, womit sie beginnen soll. Damit, dass 42 Stunden pro Woche gearbeitet werden müssen, es nur 25 Tage Urlaub und nur 500 Euro Weihnachtsgeld gibt. Nur wenig Lohn und auch der sei nicht gerecht. Langjährig Beschäftigte bekämen elf Euro, andere zehn, obwohl sie ähnliche Arbeit verrichten. Oder dass der Pausenraum zu klein sei: ein Tisch und vier Stühle – für 22 Beschäftigte und 14 Leiharbeitskräfte. »Wir möchten, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird«, sagt die Betriebsratsvorsitzende. Mehr Lohn, mehr Gerechtigkeit, mehr Mitsprache will die Belegschaft, die fast komplett bei ver.di organisiert ist. Weil alle Gespräche mit dem Chef zu keinen besseren Arbeitsbedingungen geführt hätten, hatten sich ein paar Beschäftigte an ver.di gewandt. Langfristiges Ziel ist die Tarifbindung. Wie sie für die anderen Smurfit-Kappa-Werke auch üblich ist. In der rheinland-pfälzischen Stadt Germersheim werden Großverpackungen hergestellt, etwa für Autoteile.