Tarife gesichert
Tapetenfabrik Rasch: Bestandsschutz für alle
Alle rund 230 Beschäftigten der Rasch-Tapetenfabrik in Bramsche haben wieder vollen Tarifschutz, nicht nur in Nachwirkung. Das Unternehmen hatte 2024 den Arbeitgeberverband der Tapetenindustrie verlassen.
Was tun? Den Tarifvertrag der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (PPKV) anwenden? Das hätte Einbußen für die gewerblichen Beschäftigten bedeutet. ver.di erzielte in den Haustarifverhandlungen eine bessere Lösung: Alle Rasch-Beschäftigten behalten die Leistungen aus dem Tapetentarifvertrag. Dazu bekommen sie ab sofort alle Erhöhungen aus dem PPVK-Tarifvertrag. Einziger Wermutstropfen: Neue Kolleg*innen erhalten nur die Leistungen aus dem Papierverarbeitungstarifvertrag. Damit entstehe eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, bedauert Betriebsratsvorsitzender James Syrett. Doch das Problem werde so bald nicht eintreten. Zurzeit werde niemand eingestellt.
Zur Erinnerung: Die Tapetenfabrik Rasch war im Sommer 2024 in einer wirtschaftlichen Notlage. Die Weiterführung der Fabrik stand auf der Kippe. Dann wurde bekannt, dass die Rasch-Eignerfamilie eine Mehrheit des Unternehmens an die belgische Firma Wallfashion House verkauft hat, die als weltweit führende Tapetenherstellerin gilt. Fast 100 Arbeitsplätze wurden abgebaut.
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