Mein Tag im Job

Fabian Hörmann

»Wenn ich um 5.15 Uhr zur Frühschicht komme, ziehe ich meinen Blaumann, die Sicherheitsschuhe, das Haarnetz und meine Ohrschützer an. An meiner Maschine wird es sehr laut, sodass ich Ohrschützer bekommen habe, die für mich angepasst wurden. Um 5.20 Uhr mache ich die Übergabe, schaue mir die Auftragstasche an und überlege mir, welcher Auftrag wann gefahren wird. So entsteht wenig Stillstandzeit. Wir produzieren flexible Verpackungen für Lebensmittel- und Pharmazieprodukte – von Katzenfutter bis zu Brühwürfeln. An der Tiefdruckmaschine bedrucke ich die Folie oder das Papier mit den jeweiligen Motiven, den Logos und dem Text. Zuerst stelle ich die Maschine ein und schaue, dass die Farben ordentlich übereinanderliegen. Dazu schneide ich aus der laufenden Materialbahn einen Ausschnitt und vergleiche den mit dem Sollmuster. Das Mischen und die Farben genau so hinzubekommen, wie es vorgegeben ist, macht mir am meisten Spaß. Weil ich meist der erste Maschinenführer bin, weise ich den drei bis vier Kollegen, die mit mir arbeiten, ihre Aufgaben zu. Dafür ist es wichtig, dass man gerne kommuniziert und eine gewisse Führungsqualität mitbringt. Nebenbei muss ich kontrollieren, dass keine Farbspritzer oder Streifen entstehen.

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Fabian Hörmann, 23, arbeitet 
als Medientechnologe im Tiefdruck bei 
Huhtamaki in Ronsberg im Allgäu.

Meine Maschine ist momentan die neueste. Sie ist 25 Meter lang, 6 Meter hoch und 4 Meter breit und eine Rolle läuft mit 450 Metern pro Minute durch. An einem Tag wird meist dieselbe Verpackung nur mit unterschiedlichen Motiven und Sprachen bedruckt. Manchmal kommen auch speziellere Aufträge, bei denen ich mit Mattlack oder Kaltkleber arbeiten muss. Etwa bei Schokoladenverpackungen, die wiederverschließbar sind. Klar, ist das eine große Verantwortung, aber ich habe schon bei Huhtamaki gelernt. Einen Auftrag in den Sand gesetzt? Das ist mir noch nie passiert. Als gefragt wurde, wer die neue Maschine lernen will, habe ich mich sofort gemeldet. Ich bin noch jung und möchte nicht stehen bleiben. Am Anfang hat man total Respekt und weiß nicht, wie man das alles einstellen soll, aber ich möchte das Neueste kennen.«