Editorial

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich freue mich über die Gelegenheit, Ihnen einige Gedanken mitzuteilen, die mich an der Schwelle zum neuen Jahr bewegen.

Wir müssen uns um die Herausforderungen der Zukunft kümmern. Deshalb werden wir endlich die Bedürfnisse der Menschen in den Blick nehmen und nicht nur die Wünsche von VW, Deutscher Bank, Siemens, Bertelsmann und den anderen.

Wir werden dafür sorgen, dass in jedem Betrieb – und sei er noch so klein – ein Tarifvertrag gelten wird. Und der wird so beschaffen sein, dass die Menschen ein gutes Auskommen haben und nicht um ihren Lebensstandard im Alter bangen müssen. Den Mindestlohn können wir abschaffen, der hat sich überholt.

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich Gesundheit, Kraft, Zuversicht und Gottes Segen.

Ihre Bundeskanzlerin

Leider, leider. Das wird Angela Merkel eben nicht sagen. Also nehmen wir unser Leben selbst in die Hand und sorgen für gute Löhne und gute Tarifverträge. In Frankreich hat es die Bewegung der gelben Westen (Mouvement des Gilets jaunes) in die Nachrichten geschafft – die Menschen protestieren für einen höheren Mindestlohn, höhere Renten und gegen die Abschaffung der Vermögenssteuer. Wir sind in Deutschland noch nicht so weit. Aber auch bei uns sind in diesen 
Wochen die vielen gelben Streikwesten ein Zeichen dafür, dass es sich die Menschen nicht gefallen lassen, wenn sich Arbeitgeber an ihren Tarifverträgen und ihrem Besitzstand vergreifen und ihnen ein paar Brotkrumen hinwerfen. Es liegt an uns, ob sie das weiter wagen.

Michaela Böhm

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